Kaffepause

Kaffeepause: Hochproblematisch!

Von Naty Barth,

Veröffentlicht am 13. Juli 2026   —   2 Min. Lesezeit

Zusammenfassung

☕ Kaffeepause. Heute: Hochproblematisch! Fertig gelesen, bevor der Kaffee kalt wird. Was denkst Du?

Das Wort „hochproblematisch“ begegnet mir in letzter Zeit ständig. In Artikeln. In Kommentaren. In Kommentaren unter Kommentaren. Irgendetwas scheint heute nicht mehr einfach fragwürdig, falsch oder kritikwürdig zu sein. Es ist gleich „hochproblematisch“.

Warum nicht einfach sagen: „Das ist für mich aus diesen Gründen nicht akzeptabel“ und die Gründe dann benennen? Warum stattdessen ein Begriff, der klingt, als hätten soeben ein Ethikrat, eine Taskforce oder gleich drei Ombudsstellen die Sirene ausgelöst, weil hier ein grobes Unrecht passiert?

Während ich das schreibe, fallen mir gleich zwei Dinge auf:

1. Das Wort an sich, mit moralischer Aufladung und einem gewissen Alarmfaktor, wird so inflationär gebraucht, wie das wort "toxisch", "Nazi" oder "Faschist", dass ich es fast nicht mehr ernst nehmen kann und mir ein gewisses süffisantes Lächeln ins Gesicht zaubert.

2. Es ist nicht nur das Wort an sich, sondern auch der Kontext, in dem es oft auftaucht. Die Formulierung "Etwas IST hochproblematisch" suggeriert ja, dass hier ein Fakt vorliegt, der eher nicht angezweifelt werden darf, keine persönliche Meinung. Vielleicht bin ich altmodisch. Aber ich mag Begründungen. Ich mag Argumente. Ich mag Diskussionen.

Verwendest Du dieses Wort? Und wenn ja, warum? Oder bekommst Du dabei auch inzwischen dieses kleine, unfreiwillige Grinsen ins Gesicht?

Gespannt auf Deine Meinung und Erfahrung mit "hochproblematisch". Schreibs mir gern persönlich oder in die Kommentare.

Dieser Artikel wurde ermöglicht durch Kaffee, Lebenserfahrung und gelegentliche Verzweiflung am Zeitgeist.
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