„Wer Kritik und Spott nicht aushält, muss in einer Gesellschaft dringend desensibilisiert werden.“
Das Zitat stammt aus der Feder des weissen alten Mannes Harald Martenstein und seinem Buch „Nettsein ist auch keine Lösung“. Ich gebe zu, ich bin ein kleiner Fan, dieses alten weissen Mannes. Einer der besten Kolumnenschreiber dieser Zeit mit leicht provokativer Ader und hervorragendem Gespür für die Triggerpunkte der aufgeregten Gesellschaft.
Überhaupt mag ich alte weisse Männer sehr gerne. Vor allem wenn sie komisch sind. Oder provokant. Oder weise. Oder liebenswürdig. Oder grosszügig. Oder ….
Ich glaube, sehr viele alte weisse Männer sind so.
Dass der alte weisse Mann so ein negatives Image hat, ist für mich in unserer liberalen, weltoffenen Gesellschaft, die so viel Wert auf Gleichwertigkeit und die Bekämpfung des Rassismus legt, ein wenig unverständlich.
Kann denn der alte weisse Mann etwas für seine Hautfarbe? Sein Alter? Sein Geschlecht?
Ein bischen tut er mir leid. Die Antidiskriminierungsgesetze der jeweiligen Länder scheinen ihn nicht zu inkludieren. „Ein Herz und Inklusion für Vielfalt“ Aber kein Herz und keine Inklusion für den weissen alten Mann.
Darum dachte ich mir, das übernehme ich doch heute mal: Danke an die vielen super alten weissen Männer da draussen, die sich wacker schlagen im Dschungel der Empörungen. Sicher gibt es auch ein paar saublöde alte weisse Männer. Aber gibt es die saublöden nicht in jeglicher Kultur, Hautfarbe, Altersklasse und jedem Geschlecht?