3_Leise Gedanken

Musik - Der schönste Gegenentwurf zur Empörungskultur

Von Naty Barth,

Veröffentlicht am 2. Aug. 2026   —   2 Min. Lesezeit

Musik verbindet

Zusammenfassung

Wir diskutieren über Wahrheit, Moral und Haltung. Dabei übersehen wir die vielleicht einfachste Verbindung zwischen Menschen. Ich hab sie heute Abend wiedergefunden.

Heute Abend konnte ich wunderbare Live Musik hören. Unter freiem Himmel. Klavier, Saxophon, Gitarre, Drums, Gesang. Die Musiker hatten sichtlich Freude am gemeinsamen Musizieren. Eine davon war meine Klavierlehrerin. Sie sprühte vor Leidenschaft für die Musik an diesem Abend. 

Als ich ihr nach dem Konzert sagte, wie toll das alles war, wie besonders die Atmosphäre, antwortete sie: “Ja wir hatten viel Spass miteinander. Vor allem aber hat sich keiner von uns zu wichtig genommen.”

Ist das vielleicht die Kunst, die wir mehr und mehr verlernen? Uns nicht zu wichtig zu nehmen? Ein Miteinander und eine Verbindung trotz Unterschiede?

Kommt es mir nur so vor oder ist seit der Corona-Pandemie das Gegeneinander und Bekriegen, dieses unausgesprochene “Du musst Dich für eine Seite entscheiden” exorbitant gewachsen?

Seit sechs Jahren suchen wir in erster Linie unsere Unterschiede und erklären die Meinungen der anderen Seite zu No-Gos. Meist versehen mit einem moralischen Stempel. Und wollen dann nichts mehr miteinander zu tun haben. Wir erklären unsere Wahrheit zur einzigen und glauben, die andere Seite stehe ohne Frage auf der falschen Seite. Ist doch viel bequemer so, als sich mit fremdem Gedankengut auseinanderzusetzen. Könnte ja noch rauskommen, dass man selbst doch nicht die ganze Wahrheit kennt.

„Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit.“ – Henry Wadsworth Longfellow

Warum sehen wir nicht über das Anderssein hinweg oder finden sogar gemeinsam Lösungen, indem wir versuchen, ein Problem aus der Sicht des jeweils anderen zu betrachten? Ist das wirklich so schlimm?

Zurück zur Musik: Musik macht uns wieder zu Menschen, die in diesem Moment einfach nur hören und fühlen. Und sonst nichts.

Ich fand die Atmosphäre an diesem Live-Konzert unglaublich erleichternd. Mir standen Tränen in den Augen. Denn ich verabscheue diese Spaltung, dieses Lagerdenken, diese "Wir gegen die"-Mentalität. Das Bitterste daran: Die Mauern, die wir so bedauern, sind hausgemacht. Wir persönlich, Du und ich, trennen, als gäbe es keine andere Möglichkeit.

Lasst uns wieder mehr miteinander reden, statt bekriegen. Und vor allem: Lasst uns gemeinsam Musik hören, Musik machen, Live-Musik Abende besuchen und zusammen schwelgen. Denn vielleicht beginnt das Ende der Spaltung nicht mit einem guten Argument sondern mit einem Lied, das uns beide auf die gleiche weise berührt.





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